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Mikulajku – Szcecinek ca. 520 km Auf den Spuren der Vergangenheit

Von wegen, eine Stunde länger schlafen. Die Eltern im Nachbarbungalow warfen ihre Plagen gegen halb sieben aus dem Haus, da sie offenbar auch noch schlafen wollten. Die Kids hatten nichts besseres zu tun als lautstark zu zeigen, dass sie noch da sind und Langeweile haben. Als die beiden dann gegen acht zur Fütterung wieder eingefangen wurden, fing fünfzig Meter weiter eine Gruppe Jugendlicher an, ihre Autos zu putzen. Offenbar waren sie der Meinung, dass auch die Bassboxen dringend mal gereinigt werden müssen. Jedenfalls schallte die ganze Zeit ein dumpfes Oomph,oomph,oomph… Herüber. Das wäre mal was für „Wetten dass“. Den Titel nur an den Bass oomph,oomph.. Tönen zu erkennen.

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Vilnius – Mikulajki ca. 370 km Verdammt kalt im Osten…….

Nachdem ich in Vilnius gestern ordentlich geduscht wurde, begann der Tag wie üblich mit dunkel drohenden wollen, aber ohne Regen. Also auf zu neuen Ufern. Für heute hatte ich mir vorgenommen, in die Masuren zu kommen.

Von der Grenze trennten mich eigentlich nur noch 165 km. Eigentlich…. Irgendwann muss man ja auch mal tanken. Nachdem ich auf Reserve umgeschaltet hatte suchte ich im Navi die nächste Tanke an der Strecke. Zwölf Kilometer weiter. Bestens 🙂 Denkste.. Die gab es zwar, aber sie war geschlossen. Das Navi sagte mit, das die nächste Tankstelle auf meiner Route über fünfzig Kilometer Weg sei. Heikel. Vor allem da man auf der tollen Straße flott fahren konnte und so gern mal etwas mehr durch den Auspuff jagte. Die nächste Tanke in Luftlinie lag „nur“ 16 km weg. Also den scheinbar kurzen Umweg in Kauf genommen. Nur ist Luftlinie noch lange nicht das selbe wie Straße. Das Navi führte mich über tolle Nebenstraßen und auch wieder über unbefestigte Pisten. Am schönsten war aber eine einige Kilometer lange Strecke mit schmaler Asphalt Straße die sich in vielen tollen Kurven wand und Außerdem in wildem auf und ab, wie eine Achterbahn verlief. Mit hundert den Hügel hoch und an der Spitze das Kribbeln im Bauch wenn man abzuheben scheint und es dann wieder steil runter geht. Herrlich. Dafür Fahre ich gern einige Kilometer extra. Irgendwann hatte aber auch das ein Ende und die versprochene Tankstelle gab es tatsächlich. Ich füllte für meine letzten 75 Lita den Tank fast randvoll und war bereit für Polen. Nicht ganz. Es war den ganzen Tag schon sehr kalt und windig. Da ich zum ersten mal auf der Tour so richtig fror, zog ich mir erst mal noch etwas langärmliges unter und die dicken Handschuhe an.

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Saka – Daugavpils ca. 590 km Was uns nicht umbringt…. und Abschied vom Meer

Wieder hatte es in der Nacht geregnet. Und wieder begrüßte mich die Sonne und ein wild romantisches Wolkenspiel am Himmel. Die Wolken schienen nur dicht über dem Wasser zu schweben. Von der Steiküste hier oben hatte man einen tollen Blick darauf. Aber heute hieß es Abschied nehmen von der Ostsee und ihrer wunderschönen Küste. Ich wollte heute zum Peipussee und darüber hinaus weiter fahren. Frühstück, packen, noch eine Weile mit den Deutschen und den Finnen plaudern. Dann ging es auch schon gegen viertel zehn los. Auf dem Weg zum See wollte ich mir noch Kloster Käesmu und Vasknarva ansehen. Bei Käesmu war ich aber durch eine üble Baustelle so in Anspruch genommen, dass mir erst einige Kilometer später auffiel, das ich dort hin wollte.

Also Vasknarva. Das Kloster war schon von weitem zu sehen. Nur leider hatten die Ordensdamen heute offenbar Schließtag. Alle Türen dicht. Ich suchte mir zumindest eine Stelle im Dorf, von der aus ich das Kloster einigermaßen gut fotografieren konnte. Das war ausgerechnet an der Bushaltestelle. Dort wartete eine alte Frau auf den Bus und war offenbar davon angetan, dass ich mich für das Kloster interessierte. Sie kam näher und fing an mir einiges auf Russisch zu erklären. Ich versuchte ihr klar zu machen, dass ich kaum Russisch kann. Nur leider benutzte ich, wie in den letzten Tagen, auch die Floskel: „Mnoga russki.“. Leider ist mir erst heute Abend aufgefallen, dass das „Viel Russisch“ heißt. Sch… Wie auch immer, Babuschka war wirklich herzallerliebst und versuchte mir alles mögliche zu erklären. Vor lauter Begeisterung sprach sie immer schneller. Was meine Chancen wenigstens etwas zu verstehen drastisch reduzierte. Irgendwie bekam ich aber zumindest ein gaaaanz kleines bisschen zusammen. Unter anderem, dass sie mir von einer heilkräftigen Quelle erzählte. Aber wo die nun sein sollte…. Nun bin ich weder christlich noch esoterisch veranlagt. Also suchte ich nach einer Möglichkeit rasch aus der Situation zu kommen ohne die Frau zu kränken. Sie hat es wirklich einfach nur ehrlich gut gemeint. Und ich fand es einfach zu schade, dass ich nicht mehr verstand. So ziemlich das erste mal, seit meiner Schulzeit, dass ich wirklich bedaure das meiste meines russichen Wortschatzes vergessen und verdrängt zu haben.

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Tallinn – Saka, ca. 290 km. Toll, toll, toll…

Erst mal begann der Tag nicht so gut. Der beim Sturz abgegangene Koffer wollte nicht halten. Der Verriegelungshaken war abgebrochen. Warum auch immer es noch zwei Tage gehalten hatte, heute ließ er sich nicht einrasten. Kurz entschlossen behob ich das Problem mit zwei Spannriemen (gut wenn man alles dabei hat) die sollten auch nur verhindern, dass der Koffer aus der Führung springt. In der eigentlichen Halterung saß er ja fest. Und schon könnte es losgehen. Ich hatte mir vorgenommen heute bis zum Peipus See zu kommen.

Aber vorher wollte ich noch die unendlich vielen Zacken der estnischen Nordküste abfahren. Es empfing mich ein stürmischer, böiger Wind, der mich im Laufe des Tages noch oft in die Schräglage zwingen sollte. Am Anfang war es noch nicht so schön. Zu viel Häuser, zu wenig Landschaft. Aber dann…… Kap für Kap wurde es immer schöner.

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Riga – fast Tallinn, ca. 520 km oder Odyssee in Estland

Die Nacht war schnell vorbei und schon sah ich mich wieder beim packen und Motorrad beladen. Aufgeregt wie immer, wenn es auf eine neue Etappe geht. Noch ein herzlicher Abschied von Michael und der Hostel Crew (die Mädels sind wirklich Spitze und führen den Laden mit viel Herz und guter Laune). Und schon machte ich mich wieder auf die Straße.

Allerdings bei mäßigem Nieselregen. Jedoch nicht so stark, dass ich die Gummisachen gebraucht hätte. Kurz vor dem Ortsausgang von Riga, sah ich dann auch den ersten mobilen Blitzer seit Beginn meiner Tour. Aber ich war ja brav und so hatten die Polizisten leider kein Photo für mich….

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Nida – Riga, 520 km. Was für ein Tag…

Die ganze Nacht hatte es geregnet. Morgens lies der Regen nach. Bei dem allmorgend-lichen Ritual, Koffer stopfen, Plünnen verteilen, das ganze am Bike verstauen, stellt sich ja nun langsam Routine ein. Ich weiß, wo was hingehört und ist. Bis auf die Tatsache, dass ich immer noch keine Markierung an den Koffern habe und somit immer nicht weiß, wo jetzt die Klamotten und wo das Küchengeraffel ist. Kann mir eben auch nicht die Seiten merken.

Gegen 9:15 Uhr (nach unserer deutschen Zeit 8:15 !) rollte ich los. Zu der Musik von Michel Telo (E Marla, oder so…). Das machte richtig Stimmung. Diese Straße war aber auch zu schön. Und als dann „Drive“ von den Cars in meinem Helm ertönte, musste ich erst lachen, wegen des absolut passenden Zeitpunkts. Aber dann kam wieder so ein Moment…. Das war es! Mir rollten die Tränen in den Helm. Nicht weil ich traurig war. Nein. Dies war wieder einer jener Momente. Einer dieser Momente, wegen dessen ich solche Touren mache. Das unterwegs sein, dieses genießen des Moments und des ganzen. Egal ob ich auf dem Fahrrad, in den Bergen, mit dem Kanu oder eben mit dem Motorrad unterwegs bin. Das ist es!!! Das ist es, was ich so liebe und brauche.

Video Abschied von der Kurischen Nehrung:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=N0fkmAApw-E[/youtube]

Hier zwei schöne Panoramen vom Kap Kolka (für größere Ansicht Bilder anklicken):

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Siline – Nida (Kurische Nehrung), 220 km in die Wüste

Ich hatte Haus und Campingplatz die ganze Nacht für mich allein. Kein Mensch da.

Es dauerte dann aber doch, bis ich endlich loskam. Ich machte morgens noch eine kleine Besichtigungsrunde und … da kam der Campingplatzinhaber. Voller Stolz zeigte und erklärte er mir, was er hier geschaffen habe und wie schwer es dennoch sei, Gäste hierher zu locken. Es entspann sich ein langes Gespräch.

Als ich dann nach den wichtigsten Basics der litauischen Sprache fragte, Guten Tag, Auf Wiedersehen, Danke, Bitte folgte ein langer Monolog über die komplizierte litauische Sprache mit ihren mindestens 12 Fällen und ebenso vielen Wortendungen für jedes Wort. Und überhaupt. Wie schwierig es doch wäre die Sprache zu lernen. Na, ich wollte ja nicht gleich alles. Aber wenigstens einige höfliche Floskeln.

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Fromborg – Siline(Litauen), ca. 500 km

Es dauerte, bis ich endlich einschlafen konnte. Die beiden Nachbarbungalows waren randvoll mit ebenso randvollen Polen und die waren offenbar wild entschlossen, die Hütten auseinander zu nehmen.

Aber irgendwann hatte ich dann meine Ruhe. Und wieder ein strahlend schöner Morgen mit Sonne und blauem Himmel. Ich fuhr noch in den Ort, um die Burg auch bei Tageslicht fotografieren zu können. Die Sonne stand mir leider genau auf der Linse und von der anderen Seite gab es keinen guten „Fotoblick“. Einen Rundgang machte ich nicht. Ich bin nicht der Sightseeing- und Bummeltyp, wenn ich allein unterwegs bin.

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