Daugavpils – Vilnius ca. 200 km Im Tiefflug nach Litauen

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Wie üblich, hatte es nachts geregnet. Morgens allerdings hörte auch diesmal der Regen auf. Nach einem durchaus gutem Frühstück machte ich mich startklar. Ich entschied mich erst mal gegen das Ganzkörperkondom, was aber durchaus eine zu optimistische Entscheidung war. Später musste ich dann wieder auf der „Autobahn“an eine Bus Haltestelle und mir den Gummi überziehen.

Das morgendliche anziehen der Klamotten ist mittlerweile auch schon zum Ritual geworden. Wichtig ist dabei, alles möglichst ruhig und gelassen anzuziehen. Das hat so eine gewisse Art von Entspannung und Kontemplation .

Als Tagesziel für heute hatte ich mir Vilnius vorgenommen. Noch vor neun kann ich los und da die Straße, trotz späteren Regengüssen, sehr gut war, konnte ich mal richtig drauf losfahren. Heute war mal nichts mit unbefestigten Pisten. Durchweg bestens asphaltierte Straße. Ich gebe zu, ich fuhr nicht so ganz nach Vorschrift…… Aber die anderen auch!! Hin und wieder dann eine Polizei Kontrolle. Aber wie von Anfang der Reise an wurde ich immer von entgegen kommenden Autos per Lichthupe gewarnt. Auch sonst interessierten sich die Polizisten nicht weiter für mich. Eher grüßten sie noch freundlich.

Vilnius erreichte ich dann recht schnell. Nach einem ebenso schnellem Grenzübergang. Ich musste sogar nochmal umdrehen und zurück fahren um die Grenzüberfahrt noch mal Filmen zu können.

In Vilnius steuerte ich dann das B&B Florens an. Zumindest konnte ich auf dem abgeschlossenen Hinterhof das Motorrad abstellen. Das Zimmer… Für 32 Euro.. Ach egal. Alles was ich brauchte, war drin. Alles? Wie ich eben erfuhr, bietet dieses Bed and Breakfast eben kein Breakfast! 👿

Das ist nun wieder eine Frechheit! Außerdem unterscheiden sich die Zimmer doch dramatisch von den Bildern auf der Webseite. Hier die Webseite .  Und unten mal ein Photo von meinem Zimmer. Ach was soll’s. Erst mal Stadtbummel. Der Regen hatte vorerst aufgehört. Die Altstadt von Vilnius ist riesig das kann man nicht an einem Tag schaffen. Und doch gab es interessante Momente. So zum Beispiel die Protest Plakate vor dem Präsidentenpalast.

Oder die „Autonome Republik Uszupio„.

Ein toller April Scherz eines gleichnamigen Stadtteils von Vilnius. Maskottchen und Patron des ganzen ist der leider schon Verstorbene Frank Zappa. Irgendwann fing es dann aber doch heftig zu regnen an. Gerade als ich das gotische Ensemble Ansehen wollte. Also flüchtete ich in die nahe gelegene offizielle Vertretung der Republik Uszupio. Die Kaverna Uszupio. Auf der Brücke dorthin könnte ich unendlich viele am Geländer angebrachte Schlösser sehen. Ein alter Brauch. Die Liebespaare schließen das Schloss an und werfen den Schlüssel ins Wasser des Flusses, zum Zeichen ihrer ewigen Liebe. Die Kaverna (Kneipe) war wirklich toll. Das Essen wieder mal ein Gedicht. Wobei ich mich vor allem für die kleinen Sachen entschied. In Schmalz gebratenes Brot mit Knoblauch Soße. Spinat Suppe mit Kartoffel-und Fleischklößchen. Und noch einige tolle litauische Biere.

An Nebentisch zogen dann zwei deutsche Frauen ein. Mutter und Tochter. Bei der Wahl der Speisen kamen wir dann ins Gespräch. Sie folgten meiner Empfehlung zu den Snacks. Dann setzen wir uns zusammen und es entspann sich ein interessantes Gespräch. Die Tochter ist Reporterin für den Michael Müller Verlag und recherchiert für einen Reiseführer Litauen. Mutter begleitet sie als quasi „Neutraler Beobachter“. Wir tauschten uns ausgiebig aus. Aber irgendwann hatten wir alle die nötige Bettschwere erreicht und machten uns auf den Heimweg. Ich wollte mir noch das Visum der Republik Uszupio in meinen Pass stempeln lassen. Aber leider hatte das Büro nur bis sechs auf 🙁

Zurück im B&B bekam ich dann die schlechte Nachricht über das hier nicht stattfindende Frühstück. Schon frech……. Ach was soll’s. Morgen Polen. Wie das Wetter wohl wird? ?

Und hier der Tourverlauf des heutigen Tages:

07_09_2012

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