Transalp 2018 Tag 9 Rifugio Baion – Bozen

Das mit der Nachtruhe ist auf Hutten manchmal so eine Sache…
Vor allem wenn da so eine Bande Ragazzi (Kinder) mit auf der Hütte ist.
Die liben kleinen hatten das Lager eine Etage über mir und tobten wie wild die Treppe rauf und runter. Zwar versuchte der Wirt irgendwann mal der Bande etwas Einhalt zu gebieten. Aber da es die Eltern so gar nicht interessierte, ging die wilde Hatz weiter. Als dann gegen dreiviertel elf eines der Kinder so richtig die Treppe runter stürzte, war wenigstens für einige Minuten Ruhe (klingt böse, war es aber nicht und ich habe mir auch wirklich Sorgen gemacht). Aber nach wenigen Minuten ging es munter weiter bis irgendwann nach elf dann doch die Eltern zu Bett baten.

Das Frühstück war typisch italienisch und auch typisch Hütte. Etwas Weißbrot und Marmelade sowie Butter aber wenigstens guter Kaffee.
Dafür entscgädigten mich die tollen Ausblicke und der wundervolle Blick aus meinem Kammer Fenster.
Dann ging es wieder auf die Reise. Erst mal wieder ein wenig Schotter und dann wieder in unendlich vielen Kehren auf schmaler Asphaltstraße am Berg hinunter ins Tal.
Für heute standen einige Pässe auf dem Plan.
Ich liste einfach mal nacheinander auf. Forcella Cibiana (1536 m), Passo Duran 1601 m), (Passo di Cereda (1360 m), Passo di Rolle (1984 m), Passo Nigra (1688 m).
Und damit war ich im Herzen Südtirols und der Dolomiten angelangt. Es ging vorbei am Rosengarten und einigen anderen beeindruckenden Berggruppen.
Bis nach Bozen.
Hier hatte ich mich in einem kleinen Hotel eingemietet und durfte bzw. sollte mein Motorrad ganz vornehm in der Tiefgarage parken. Mal was neues.

Allerdings war ich auch ganz froh endlich absteigen zu können. Irgendiwe lief es heute nicht so richtig. Zum einen brauchte ich eine ganze Weile um halbwegs rein zu kommen und dann nervten mich vor allem die Vertreter der Spezies Biker. In den letzten Tagen war ich ja auf kleinen und ruhigen Straßen oder komplett abseits der Menge unterwegs und hatte meine Ruhe. Heute traf ich jede Menge Profi(l)biker die sich mal so richtig zeigen wollten und dabei so völlig ausser acht liessen, das sie nicht allein auf der Straße sind. Heidewitzka, mit vollem Speed in die Kurve und mal eben die gegenfahrbahn gut mit ausgenutzt weil es sonst nicht reicht um auf der Piste zu bleiben. Das da noch welche entgegen kommen und auch etwas Platz brauchen ist da eher von untergeordneter Bedeutung. Und durch Ortschaften wird oft mit halsbrecherischem Tempo gerast. Ohne Rücksicht auf die Leute. Von einem super intelligentem BMW  Boliden wurde ich heute auf einer Strecke wo Kühe frei herumliefen und auch auf der Straße standen mit weit über 100 kmh überholt. Und das mit Sozia hinten drauf. Die auf zwei Rädern waren heute wesentlich gefährlicher als die Autos. Und das kann und will ich nicht gut finden. Ich bin heilfroh, dass ich nicht in der Hauptsaison unterwegs bin. Das hatte ich schon vor einigen Jahren hier in den Dolomiten und ich bin bald irre geworden.

Natürlich sind nicht annähernd alle so. Das wäre ja auch verrückt.  Aber wie immer prägt sich halt eher das negative ein. Zum Glück gibt es aber noch reichlich vernünftige Biker .

Ich habe noch einen kleinen Bummel durch die Fußgängerzone in Bozen gemacht und dann gut zu Abend gegessen.
Mal sehen, was der morgige Tag bringt….

Während ich heute auf dem Motorrad gehockt habe, hat meine liebste Kerstin einen grandiosen Lauf absolviert den sie trainiert fleißig als Vorbereitung auf unseren Nepal Urlaub.
Reschpeckt!!

Track 16092018