Transalp 2018 Tag 8 Tolmezzo – Rifugio Baion

Das Frühstück war ,ebenso wie die Unterkunft, toll!
Ein wirklich reichhaltiges Buffet und lecker Cafe aus dem Vollautomaten.
Trotzdem war meine Stimmung etwas gedämpft.  In der Nacht war ein heftiges Gewitter mit starkem Regen durchgezogen und ich machte mir Sorgen ob ich meine erste Etappe so wie geplant angehen kann. Zwar schien inzwischen wieder die Sonne aber die  Bergstrassen welche zum größten Teil im Wald liegen sind sicher noch nass. Ich beschloss aber es anzugehen. Also los in Richtung Passo della Forcella (1824 m).
Die Straße war nicht nur nass sondern es hätte auch immer wieder Laub und Steine auf die Straße gespült.  Dazu war diese im oberen Teil echt steil. Steiler als alles was ich in den letzten Tagen gefahren bin. Meistens könnte ich nur im ersten Gang fahren da die Kehren mitunter nicht mehr als 50 Meter auseinander lagen und an so etwas wie beschleunigen gar nicht zu denken war. Eine echt krasse Wegführung. Und immer müsste mit Gegenverkehr gerechnet werden da auch hier immer wieder Almen und Ferienhäuser am Weg lagen. Im oberen Teil war der Weg dann betoniert und alle 50 m war eine tiefe Regenrinne sie immer einen ordentlichen  Ruck durch die Fuhre gehen lies.
Und dann war ich endlich oben! Ich wurde mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Auch hier stand wieder ein Deutscher mit seinem VW Bus und campte. Wir quatschen nett über alles mögliche aber vor allem Straßen und Pässe.  Er sagte mir das die Abfahrt nicht ansatzweise so steil ist aber ich auf entgegenkommende Betonmischfahrzeuge achten solle.  Auf einer etwas tiefer gelegenen Alm wird gebaut. Wir hatten aber beide vergessen, das heute Samstag ist und  da nicht gearbeitet wird. Der erste Teil der Abfahrt war dann wieder Schotter Straße aber gut fahrbar. Und dann war ich recht flott wieder im Tal u ne fuhr in Richtung Sauris di Sopra welches an einem schönen Stausee liegt. Weiter auf breiter aber nasser Straße.  Also vorsichtig. Ich hatte vor über die Forcella Lavardet zu fahren und als ich an dem Abzweig ankam war ich doch etwas überrascht das da ein striktes Durchfahrverbot ausgeschildert war. Dort standen auch drei Biker mit ihren dicken BMW und machten Pause. Einer sagte mir das er die Strecke wohl vor 15 Jahren mit einer kleinen Maschine gefahren sein und diese jetzt noch schlechter und nur für Mountainbikes befahrbar sei. Wenn ich es unbedingt versuchen wolle…. Ob ich denn das ABS an meiner Maschine abschalten könne? 
Ich könnte mir das Lachen kaum verkneifen und sagte das das abschalten kein Problem sei  ich es aber einfach nicht angeschaltet bekomme… Ich habe kein ABS!!
Also die Karte konsultiert und kurzerhand einen Teil der Strecke zurück bis nach Vidal. Hier ging es dann wieder hoch in die Berge. Erst wieder endlose enge Serpentinen auf schmaler Straße bis zum Abzweig zum Col del Vidal. Ab hier Schotter. Wenn ich gestern dachte das wäre Schotter, dann hätte ich ihn heute aber so richtig! Hier war echte Arbeit vonnöten und ich musste ordentlich aufpassen und das ganze im stehen fahren. Durchaus anspruchsvoll aber toll. Ziel war die Ruine des Fort aus dem ersten Weltkrieg.  Davon war nicht mehr allzu viel übrig aber es war dennoch beeindruckend.
Bergab war es dann noch etwas schwieriger da die schwere Maschine ja ordentlich schob. An der Strassengabelung bog ich nach Rechts in Richtung Rifugio Baion ab. Eine Transalpvereinshütte die direkt per Fahrzeug erreichbar ist. Wieder Schotterpiste aber nicht schwer zu fahren.
Die Hütte liegt wunderschön unter einigen Gipfel auf einer Wiese und ist echt gemütlich. Noch eine der alten und nicht modernisierten. Im Gasthaus ein offener Kamin wie ein Lagerfeur. Toll! Und auch eine sehr nette Bewirtung. Im Gastraum läuft die ganze Zeit Musik von den Dire Straits . Genial! Ich hatte keine Informationen gefunden ob man hier übernachten kann und eigentlich nur vor eine Pause zu machen. Aber es gibt Zimmer und ich beschloss sofort Feierabend zu machen und hier zu übernachten.
Ich denke, das war eine sehr gute Entscheidung.

Track 15092018