Transalp 2018 Tag 7 Resiutta – Tolmezzo

Wenn der Tag so weitergegangen wäre, wie er begann…..

Aber erst mal der Reihe nach.
Während ich in der Albergo Gestern noch von der Nonna (Großmutter) auf Deutsch begrüßt und eingewiesen wurde, so musste ich mich abends mit meinem mehr als spärlichen Italienisch  durchkämpfen. Die Bedienung war sehr nett aber eine Verständigung war nur in ihrer Landessprache möglich. Immerhin bin ich ja auch in Italien!
Irgendwie kam ich dann doch an meine sehr leckere Pizza und das typisch italienische dünne und geschmacksarme Bier.

Heute Morgen dann das ebenso typische italienische Frühstück. Etwas Weißbrot, ein Hörnchen, etwas Butter und Marmelade sowie je eine Scheibe Wurst und Käse. Da ist der Alemane doch etwas mehr gewohnt. Ging aber trotzdem.
Da die Herberge direkt mit einer Tanstelle zusammenlag bzw. diese dazu gehörte, tankte ich gleich mal voll obwohl ich erst 66 km runter hatte. Dann wollte ich im Navi die für heute geplante Route aufrufen und stellte erst mal fest, dass die nicht drauf war. Ich hatte diese Gestern noch etwas auf dem PC nachbearbeitet und zwar die alte Route auf dem Navi gelöscht aber nicht die neue draufgespielt. Als erst ma das Netbook rausgekramt und das ganze nachgeholt. Inzwischen kam der Tankwart und fragte ob ich denn gar nicht meine „Carta“ mitnehmen wolle? Mein Personalausweis. Den hatte ich Gestern am Tresen abgeben müssen und vergessen ihn mir heute zurückgeben zu lassen.
Nachdem ich nun alles erledigt und nachgeholt hatte konnte es endlich losgehen.

Für Heute hatte ich große Pläne.
Zuerst gin es mal nach Pontebba, auf einer breiten Straße, das änderte sich dann schlagartig als ich auf die Straße (Strässchen) zum Lanzenpass kam. Wieder sehr sehr  schmal und teils Steigungen deutlich über 20 Prozent. Das an sich dann nochmal zum schlechteren als ich weiter oben auf Warnschilder stiess die eine Weiterfahrt eigentlich nicht empfahlen. Ich hatte schon davon gelesen, dass hier Holzschlagarbeiten im Gange sind und man dennoch durchfahren kann.
na ja… Es wurde spannend! Immer wieder stieß ich auf große Maschinen und Holzseilbahnen und fragte mich immer wieder wie die hier hoch gekommen sind. Zudem war die Straße, gern auch mal in steilen Spitzkehren, mit Baurinde und Schmutz überzogen was die Sache nochmals schwiriger machte. Irgendwann war ich dann aber doch oben auf dem Pass und wieder mal heilfroh, dass ich nicht bei Regen unterwegs war.
Oben auf der Passhöhe liegt eine bewirtschaftete Alm. Aber ich hatte noch keinen Hunger und fuhr weiter. Nun ging es auf deutlich besserer Straße bergab. Kurze Zeit später stand ein Bimobil ( https://www.bimobil.com/ ) mit Camperaufbau am Rand. Ein Mann kam auf mich zu und ich unterhielt mich mit dem Schweizer über den weiteren Weg. Er hatte die Nase voll und beschlossen umzudrehen. Ich konnte ihm nur zustimmen. Auch wenn man mit einem Bimobil wirklich weit kommt. Mit dem großen Aufbau und den Bauarbeiten am Weg hätte er keine Freude gehabt.

Kurz hinter Paularo liegt der kleine Ort Ligosullo, von dem aus eine Schotterstraße hoch in die Berge auf ein kleines Plateau (1949 m) am Monte Paularo führt. Die nahm ich jetzt unter die Reifen. Und das ging doch erstaunlich gut. Trotz des Gewichts der Maxdchine und der Koffer. Ich kam gut voran und war recht bald oben am Berg. Dort traf ich auf zwei Schweizer Enduristen und zwei Deutsche die mit ihren 4×4 Fahrzeigen (Landrover und VW T4 Synchro) hier oben campierten. Was für ein toller Platz. Etwas unterhalb lag der kleine Lago Dimon und die Aussicht ist atemberaubend. Nach einem kurzen Schwätzchen und etwas Fachsimpelei über die tollen Transalpstraßen, ging es wieder bergab. Ich hatte ja noch mehr vor.
Zwischen Ligosullo und Cerciventa hatte ich dann noch einige km gute Straße bevor ich mich auf einen Nebenweg schlug und gen Berge fuhr. Erst wieder auf schmaler asphaltierter Straße, später dann Schotter. Das war ja auch mein Ziel!! Der Weg dahin war wieder einmal nicht ohne. Ganz weit oben gibt es noch einige Almen so das ich zumindest im Bereich der Asphaltstraße, die sich gefühlt ewig hinzog, immer mal wieder Gegenverkehr hatte. Nur eben sehr wenig Platz um jemanden passieren zu lassen. Trotzdem gab es auch immer wieder nette An- und Ausblicke und einige Überraschnungen. Z.B. einen „Katzenbrunnen“ und irgendein Spaßvogel hatte sich den Scherz erlaubt ein Boot hoch auf den Berg zu bringen und in seinem Garten aufzustellen.
Aber dann war ich doch endlich oben. Am Plateau Zuoflan (2008 m) unter der Cimone de Crasulina.  Und wieder eine tolle Aussicht. Mit direktem Blick auf die sog. „Panoramica della Vette“, eine weitere Schotterstrecke welche ich als nächstes fahren wollte. Eigentlich gibt es sogar eine direkt Verbindung dorthin welche ich bestens sehen konnte. Aber diese Strecke ist streng gesperrt und ich wollte nicht riskieren eine saftige Strafe zahlen zu müssen. Direkt über mir war eine Radar Station von der aus ich bestens beobachtet werden konnte.
Also wieder runter. Bei der Abfahrt wurde ich dann von einer Gruppe mit kleinen Enduros überrascht die direkt auf dem Weg erst mal ein Päuschen machten. Zumindest hatten sie genug Platz gelassen um gut durchzukommen.Und wieder einige km gute Straße un dann erneut auf in die Berge zu fahren. Diesmal widmete ich mich der Panoramica della Vette. Mal keine Sachgasse sondern im Osten rauf und gen Westen runter. Diese Strecke war deutlich einfacher zu fahren als die anderen beiden. Und auch hier konnte ich wieder herrliche Ausblicke genießen. Mit einem Male kam mir ein PKW sehr langsam entgegen. Ich drückte mich ganz an dei Felswand und es war eigentlich mehr als genug Platz. Aber der Frau hinterm Steuer standen die Angst Schweßperlen auf der Stirn und sie kamkaum vorbei. Hielt auch noch an und fragte ob der Weg so weitergeht. Die hatte sich offensichtlich verfahren oder wusste nix von der Schotterstrecke.
Bald war auch ich wieder auf Asphalt und ich furh dem letzten Höhepunkt des Tages entgegen.
Von Ovaro aus geht ein steiles Sträßchen auf den Monte Zoncolan (1730 m). Die Strecke wurde vor einigen Jahren für den Giro d Italia asphaltiert und die Ostseitige Abfahrt neu gebaut. Allerdings ist die schmale und steile alte Piste noch vorhanden und ich wollte natürlich diese fahren.
Auf der ganzen Strecke nach oben waren jede Menge aufmunternde Sprüche für die Fahrer auf die Straße und an die Wände gemalt. Das sah schon lustig aus. Und wenn ich mir überlege, wie die hgier mit dem Fahrrad hoch gerast sind….
Respekt!
Im oderen teil gab es dann einige sehr enge und feuchte Tunnel. Ich hupte sicherheitshalber immer rechtzeitig vor der Ausfahrt um etwaigen gegenverkehr zu warnen da hier an ein ausweichen nicht zu denken gewesen wäre.
Die steile Abfahrt war dann nochmal ein nettes Späßchen.
Aber dann war ich wider zurück auf Hauptstraßen und hatte satte 200 km auf dem Tacho obwohl die direkte Weg von Resiutto nach Tolmezzo nur ca. 20km beträgt. War also doch gut gewesen noch voll zu tanken. Und für den ganzen Spaß habe ich von halb Neun morgens bis halb fünf Nachmittags gebraucht. Und bin ordentlich geschafft!

Das B&B in Tolmezzo hatte bei Booking.com absolute Spitzen Bewertungen und ich muss sagen, zu Recht! Sehr schön eingerichtet und sehr gemütlich. Und eine ausgesprochen nette Begrüßung. Bin mal auf das Frühstücksbufet morgen gespannt.

     

Track 14092018