Transalp 2018 Tag 5 Radovlijca – Resiutta

Gestern war es schon eine landschaftlich und fahrerisch beeindruckende Strecke gewesen. Aber heute bekam ich nochmal ganz tolle Sachen zu sehen und unter die Räder.
Nachdem ich mich vom wirklich freundlichen Personal des Hostels verabschiedet und meine Rechnung bezahlt habe, ging es los in Richtung Savica Wasserfall.
Dieser ist einer der wichtigsten Zuflüsse des Bohinj Sees und ein echter Touristenmagnet (wie ich dann auch nur zu deutlich sehen sollte). Zum Glück hatte ich mir die ruhigere und gemütlichere Strecke dorthin ausgesucht und so konnte ich wieder die Seele baumeln lassen und in purer Fahrfreude schwelgen. Nachdem ich die Stadt verlassen und einige Kilometer zurückgelegt hatte ging es auf eine schmale Seitenstraße und auf dieser in vielen Kurven und Auf und Ab durch die Wälder.
Zwar musste ich immer gut aufpassen aber dennoch war es echt entspannend und gemütlich- Kaum Gegenverkehr. Irgendwann kam ich dann aber an den wirklich toll gelegenen Bohinj See und das Blatt wendete sich. Massen an Touristen in allen möglichen Arten der Fortbewegung begriffen erzeugten ein echtes Gewusel.
Kurz vor dem Ende des Seees kam ich an etlichen Zelten im Wald vorbei. Was wie wildes Camping aussah war aber ein offizieller Campingplatz und er machte wwirklich einen tollen und urigen Eindruck.
Am Parkplatz traf ich dann einen Deutschen aus Mainz der mit seiner Suzuki DR gerade ankam. Wir fachsimpelten über die Bikes und kamen schnell in ein interessantes und nettes Gespräch. Er war gerade auf dem Rückweg aus Kroatien und hatte auch schon knapp 5000 km Tour hinter sich.
Zusammen gingen wir die 20 Minuten zum Wasserfdall und ich war heilfroh, dass ich heute Früh doch nicht die Membran in die Motorradkombi eingeknöpft hatte. Auch so lief uns der Schweiß in Strömen da es schwül warm war.
Oben angekommen war das ganze (für 3 Euro Eintritt) doch nicht so imposant wie erwartet und die Massen an Leuten (ja wir waren auch Teil davon) störten das Erlebnis doch nachhaltig.
Also nix wie zurück zum Parkplatz. Noch etwas gequatscht, dabei stellte sich heraus das er auf dem Waldcampingplatz zeltet, und schon trennten sich unsere Wege.
Für mich ging es nun erst auf der größeren Zufahrtsstraße weiter bevor ich mich wieder auf Nebenstraßen verkrümelte. Und da gab es wieder viel zu erleben.
Wolfram, einer der Transalpfreunde Berlin, war vor 14 Tagen hier gewesen und ich folge bis jetzt größtenteils seiner Tour. Er hatte mir gestern noch per Whatsapp prophezeit, dass ich heute noch ein echtes Schmankerl unter die Räder bekomme. Er sollte Recht behalten.
Nachdem ich ide Grenze zu Italien passiert hatte, ging es zwischen Ucea und Grivio auf eine extrem schmale Bergstrße. Zum größten Teil noch enger als die Straße Mangart, die ich ja schon Seeeehr eng fand. Sie schlängelte sich in einer waghalsigen Linienführung an einem Berghang entlang und es gab zwar erst ganz zum Schluß im breiter ausgebauten Teil Kehren aber dafür ging es ständig um die Ecke so das man den Gegenverkehr nicht sehen konnte. Zuerst war ein PKW vor mir der aber dann an die Seite fuhr und anhielt. Kurz danach hielt ich auch an und baute schnell die Kamera ans Motorrad in der Hoffnung, dass der PK>W inzwischen noch wartet.
Kaum war ich losgefahren und hatte die Kamera eingeschaltet, kamen auch zwei gute Beispiele dafür warum man echt vorsichtig sein sollte vor die Linse. Erst ein Radfahrer, mitten auf dem Weg obwohl er mich doch hätte hören müssen, und an der nächsten Ecke kam mir ein Biker mit dicker Maschine ebenfalls mitten auf dem Weg (schön die Kurve geschnitten trotz Null Sicht auf den weiteren Verlauf) entgegen. Huch… War der aber überrascht!
Ich hielt mich ab sofort an einen guten Rat und hupte vor jeder scharfen Kurve um entgegenkommende zu warnen. Und trotz der Koffer versuchte ich mich immer so dicht wie möglich an der Felswand rechts von mir zu halten.
Vorerst hatte ich aber Ruhe und bekam erst wieder auf dem letzten Teil Gesellschaft.
Aber irgendwann war auchb dieser Traum vorbei und ich fand mich auf großen Straßen wieder.
Meine Herberge für heute musste ich aber erst mal suchen. Im Navi war diese nicht als POI zu finden und an dem Punkt den ich mir herausgesucht hatte war sie nicht. Tante Googel meinte dann ich solle nochmal 8 km weiter fahren. Aber da stand ich auch nur vor Wohnhäusern. Also nochmal in die Booking.com App geschaut und die Adresse direkt ins Navi eingegeben. Wieder 8 km zurück!
Dann aber eine Punktlandung und das Haus gut gefunden. Puah!
Für morgen habe ich auch schon tolle Pläne und interessante Strecken auf der Liste!

Track 13092018