Expedition zu den Polen Tag 4 – Nysa – Tarnowskie Gory

Definition Klosterfrühstück: ein halb vertilgtes Buffet, darauf ein paar pappige Brötchen, ein paar Scheiben Brot, Erdbeermarmelade, 4 Scheiben von einer Sorte Käse, eine Sorte Wurstaufschnitt, gekochte Eier, Tomatenscheiben und Gurken. Dazu wahlweise Kaffee oder Tee. Fertig. Gegen die Frühstücksangebote der letzten Tage ein seeeehr einfaches Frühstück, aber zum Sattwerden hat es  genügt, wenn auch nicht glücklich gemacht…

Nach dem Frühstück wieder rauf aufs Motorrad und los zum nächsten Tagesziel: Tarnowskie Gory. Die Strecke, kurze 140 km lang, führte zumeist auf ebenen Alleen entlang, wenig Verkehr. Für den Mittag war Gewitter vorhergesagt und so war der Himmel mal schön blau und mal bedrohlich dunkel, mal war es stickig, mal kamen eine paar Tröpfchen runter. An einem interessanten, schlossähnlichen Gebäude mit Park, bogen wir spontan ab und machten einen kleinen Abstecher zu einem nahegelegenen See. Dort überraschte uns ein Café mit seiner ausschließlich polnischen Speisenkarte. Piet bestellte für uns die Getränke (das geht mittlerweile auf Polnisch 😉) und übersetzte uns am Tisch, welcher auf einer schönen Holzterrasse direkt am See stand, mithilfe seines Smartphones die Speisen. Da es die Fischsuppe nicht gab, orderte ich mir den Salat mit Meeresfrüchten und Piets sich ein Hähnchenfilet. War sehr lecker und letztlich preislich in etwa halb so teuer, wie in Deutschland, wenn man die besondere Lage mit einbezieht. Und da ich jetzt weiß, dass auch meine Kolleginnen den Blogg lesen: Ja, richtig gerechnet, durch das Beifahren auf dem Motorrad täglich 0 kcal verbrannt, aber ca. 4000 zugeführt. Uuuuuuuurlaub!!! Nachdem wir während unseres kurzen Aufenthalts auf der See-Terrasse von dicken Regentropfen ins Caféinnere vertrieben wurden, brach ein heftiger Regen hernieder. Das war die erste kräftige Husche, die wir im Trockenen überstanden haben. Auf der Weiterfahrt kam dann die nächste, aber es war nicht so heftig, dass wir hätten pausieren müssen.

In Tarnowskie Gory angekommen herrschte wieder herrlicher Sonnenschein. Wir stiegen in unserem mondänen Hotel ab, Kerstin bewegte sich für ein Powernapping in die Waagerechte (ist ja so anstrengend, die vielen neuen Eindrücke…) und später sattelten wir noch einmal die Pferde (also uns) für einen Ausflug ins Stadtzentrum. Nun sitzen wir bei Bier und Radler in einem Biergarten auf dem Marktplatz und genießen die gewitterschwangere Abendluft. Nebenbei warten wir auf Piets Freunde Günter und Ineza, die hier ansässig sind und mit uns zu Abend essen wollen.

Weitere Beobachtungen, die zeitlich nicht zugeordnet werden können: In vielen kleinen Dörfer durch die wir durchkamen, gab es kleine, alte Bauernhäuser mit Marienskulpturen direkt in der Hausfassade. Links und rechts ein normales Fenster und in der Mitte, in der selben Flucht, ein Schaukasten mit Maria, drumherum Blümchen. In manchen Dörfern an fast jedem Haus… Pilgerstrecke? Was hat das zu bedeuten? Bitte sachdienliche Hinweise senden!

Desweiteren sind wir auch an vielen Friedhöfen vorbeigekommen. Aus der Ferne fällt vor allem die kräftige Farbgebung auf und dass es wirkt, als lägen die Gräber unter einem Blumenmeer. Tatsächlich, aus der Nähe betrachtet, sieht man, dass die meisten Gräber mit massiven Steinplatten abgedeckt sind und darauf Kränze und Sträuße aus Kunststoffblumen stehen und liegen. Hin und wieder gibt es auch echte Bepflanzung, doch das meiste ist künstlich. Das erklärt dann auch die weithin leuchtende Farbigkeit!

Tschüssi, bis morgen!

Nysa – Tarnowskie Gory

 
Camera
Canon PowerShot SX150 IS
Focal Length
5mm
Aperture
f/4
Exposure
1/1250s
ISO
100

 
Camera
Canon PowerShot SX150 IS
Focal Length
5mm
Aperture
f/4
Exposure
1/1250s
ISO
80

 
Camera
Canon PowerShot SX150 IS
Focal Length
5mm
Aperture
f/3.4
Exposure
1/50s
ISO
160

 
Camera
Canon PowerShot SX150 IS
Focal Length
5mm
Aperture
f/3.4
Exposure
1/30s
ISO
100